
Ein Mittagessen nur aus Lebensmitteln, die zum Wegwerfen bestimmt sind: Das hat es vergangene Woche in der Turn- und Festhalle in Eintürnenberg gegeben - und dazu eine Überraschung für die Schulleiterin.
Die Grundschule hat sich an der Food-Waste-Challenge beteiligt. Als Vorspeise Gemüsecremesuppe, zum Hauptgang Pizzawecken mit Salat und Gemüse, als Nachtisch Apfelmus und als Leckerei obendrauf zum Abschluss eine Candybar: So gestaltete sich das Menü aus den gesammelten Lebensmitteln, das die Eltern der Grundschüler am Vormittag unter Mithilfe ihrer Kinder in der Hallenküche zusammengestellt hatten.
Schmecken ließen es sich danach nicht nur die Mädchen und Jungen und ihre Lehrerinnen, sondern auch Gäste aus der Verwaltung (mit Bürgermeisterin Alexandra Scherer an der Spitze), Ortsvorsteher Berthold Leupolz, Schuldekanin Birgit Rathgeb-Schmitt und Schulrätin Silvia Schultes.
Die Idee des Projekts
Schulleiterin Danila Brillisauer stellte zunächst das Projekt vor. Die Idee zur Teilnahme an der sogenannten Food-Waste-Challenge kam den Lehrerinnen demnach auf der Bildungsmesse Didacta im März in Stuttgart, wo das Haus der Kinderkirche Schloss Beilstein das Projekt vorstellte.
Food Waste bedeutet Lebensmittelverschwendung, Nahrung, die hergestellt und am Ende nicht gegessen wird. Dadurch wird sozusagen umsonst sehr viel CO2 produziert. In Deutschland entstehen circa elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle im Jahr (Stand 2020), das sind 78 Kilogramm pro Person im Jahr. Eine 50-prozentige Reduzierung der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten könnte sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgas-Emissionen in Deutschland einsparen, zitierte Brillisauer aus einem Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung.
Kinder aufmerksam gemacht
Schnell stand in Eintürnen fest: Lebensmittel zu vermeiden wird unser Jahresprojekt. „Wer aktiv etwas für den Klimaschutz tun will, kann zu Hause im Kühlschrank anfangen“, so Brillisauer. Die Grundschüler wurden in den vergangenen Monaten dahingehend sensibilisiert. Schrumpelige Äpfel gleich wegwerfen? Pausenbrote nur halb aufessen? Das soll in Eintürnen der Vergangenheit angehören.
Gleichzeitig stellte sich die Schule der Aufgabe, ein Mittagessen zu servieren, das maximal 100 Euro (50 pro Klasse) kostet und so wenig CO2 wie möglich erzeugt hat. Die Lebensmittel, die zum Beispiel wegen abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgt werden sollten, erhielt die Grundschule von umliegenden Einkaufsmärkten, einem Restaurant und dem Foodsharing Kißlegg.
„Das Jahresprojekt soll nun zu unserem Langzeitprojekt werden“, betonte Daniela Brillisauer. Ein Elternabend zum Thema ist unter anderem ebenso geplant wie ein Musical zum Thema aufzuführen.
Überraschung für Brillisauer
Mit dieser Ankündigung wollte die Schulleiterin die von allen Seiten gelobte Veranstaltung beenden. Doch ergriff für sie überraschend Leupolz das Wort. Er erinnerte daran, dass am dritten Advent vor zehn Jahren die Einsetzungsfeier für Daniela Brillisauer stattgefunden hatte. „Passend zum Gaudete-Sonntag war das für uns ein echter Freudentag.“
„Sie macht seit zehn Jahren einen Super-Job“, lobte Leupolz und freute sich vor allem über die tolle Zusammenarbeit der Schule mit dem ganzen Dorf. „Ich wünsche mir als Ortsvorsteher, dass Du uns noch viele Jahre erhalten bleibst und weiterhin unsere Kinder so toll durchs Jahr begleitest.“
Auch ihre Schüler überraschten Daniela Brillisauer mit einem musikalischen Dankeschön und liebevollen Charakterbeschreibungen.
Food-Waste-Challenge an der Grundschule Eintürnenberg - Schwäbische
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