Hauser
Ingolstadt
Der harte Lockdown mit "erweiterter Ruhezeit zu Ostern" ist für sie nichts anderes als ein fauler Kompromiss, wie ein telefonischer Rundruf der DK-Redaktion bei verschiedenen Lebensmittel- und Einzelhändlern in Ingolstadt ergab. Die Reaktionen: Allesamt negativ. "Es ist die mit Abstand dämlichste Idee, die die Regierung haben kann", lässt sich Thomas Hackner, Geschäftsführer des Backhauses Hackner in Gaimersheim, gerne zitieren. "Die schicken ganz Deutschland an einem Tag in den Supermarkt! " Das empfindet nicht nur Hackner als "Katastrophe".
"Angesichts der ernsten Infektionsdynamik wollen Bund und Länder die Ostertage nutzen, um durch eine mehrtägige sehr weitgehende Reduzierung aller Kontakte das exponentielle Wachstum der dritten Welle zu durchbrechen", heißt es in dem Beschluss, der am Dienstag vom bayerischen Kabinett bestätigt wurde. Über die Ostertage - vom Gründonnerstag, 1. April, bis Ostermontag, 5. April, soll eine "erweiterte Ruhezeit" gelten. Gründonnerstag und Karsamstag sollen danach wie Sonn- und Feiertage behandelt werden. Betriebe, Ladengeschäfte Unternehmen und Behörden bleiben geschlossen. Nur Supermärkte sowie der reine Lebensmittelhandel dürfen am Karsamstag öffnen.
Manche Lebensmittelhändler waren am Dienstag offenbar so geschockt, dass sie sich der Presse gegenüber gar nicht äußern wollten. "Wir haben kein Interesse, von unserer Seite aus, was zu sagen", lautete die Antwort bei Edeka Fanderl. Alexander Braun, Inhaber des Edeka-Marktes in der Lena-Christ-Straße, ist etwas auskunftsfreudiger. Er fürchtet Hamsterkäufe. "Manche werden sich langfristig eindecken", sagt Braun und geht davon aus, dass bereits "spätestens ab dem nächsten Montag der Andrang höher sein wird - und am Mittwoch und Samstag dann sehr hoch".
Edeka-Südbayern in Gaimersheim wollte auf Anfrage nichts zu den Beschlüssen sagen, schickte aber eine Stellungnahme der Edeka-Zentrale Hamburg: "Unsere Kundinnen und Kunden können sich darauf verlassen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und ein sicheres Einkaufen auch um die Ostertage gesichert sind", heißt es darin. "Wir empfehlen, die Ostereinkäufe jedoch möglichst frühzeitig und verteilt innerhalb der Woche vor Ostern zu tätigen, um Wartezeiten vor und in den Märkten möglichst gering zu halten. "
Elisabeth Hauser vom gleichnamigen Reformhaus hat große Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Beschlusses: "Was soll das bringen? " Die Leute kauften dann nur panikartig alles am Mittwoch. Vom "Niedergang des Einzelhandels" spricht gar Dieter Siering vom Schmuckgeschäft Atelier 2000. Für ihn ist das alles "politisch gewollt".
Man müsse sich "ans Hirn langen", meint auch Karin Bortenschlager, Inhaberin der Modeboutique Bea & Pat. "Wir verdienen alle nichts, wir zahlen alle nur drauf. Nur die großen Firmen gewinnen", sagt sie resigniert. Für sie ist der Lockdown die "falsche Variante". In anderen Ländern wie Österreich gehe es ja auch. "Die Wirtschaft muss weitergehen", sagt Bortenschlager. Für sie wäre viel wichtiger als ein Lockdown "eine Teststation in der Innenstadt". DK
Oster-Lockdown: Ingolstädter Lebensmittel- und Einzelhändler mit Unverständnis - donaukurier.de
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