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Tuesday, January 24, 2023

Straffreiheit für "Containern": Was Würzburger Supermärkte und Menschen, die containern, über die potenzielle neue ... - Main-Post

Eine Kiste voller Kartoffel, Äpfel, mit nur wenigen braunen Flecken, Salatköpfe oder mehrere Kürbisse –all diese Lebensmittel hat der 23-jährige Student Moritz H. aus Müllcontainern von Würzburger Supermärkten geholt. Doch obwohl diese bereits entsorgt wurden, macht er sich strafbar. "Ich bin mir in dem Moment, wo ich container, bewusst, dass ich mich selbst kriminalisiere", sagt er. "Deswegen ist da definitiv eine Angst, erwischt zu werden." Trotzdem entscheide er sich aktiv dazu, containern beziehungsweise Mülltauchen zu gehen.

Ihm gehe es vor allem um den moralischen Aspekt. Finanziell hat der Würzburger, der neben dem Studium an einem Start-up-Unternehmen mitarbeitet, keine Sorgen. "Ich kann es nicht mit mir vereinbaren, dass jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, gleichzeitig Menschen in anderen Teilen der Welt verhungern. Und auch in Deutschland viele unter der Armutsgrenze leben und sich zum Teil keine Lebensmittel leisten können", erklärt er. Dass beides gleichzeitig möglich sei – Lebensmittelverschwendung und Armut – verstehe er nicht. 

Den meisten Supermarktbetreibern sei bewusst, dass bei ihnen containert werde

Wo er in Würzburg nach Ladenschluss containern geht, richte sich danach, welche Supermarktcontainer öffentlich zugänglich sind. Denn um Lebensmittel zu retten, würde er keinen Hausfriedensbruch und keine Sachbeschädigung begehen. "Meine einzige Straftat ist es, die Mülltonne zu öffnen und mir das Eigentum von anderen, das sie weggeworfen haben, anzueignen", fasst der Student zusammen. 

Dass Menschen wie Moritz H. bestraft werden, würden auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) gerne ändern. Ein Vorschlag der beiden Minister sieht vor, dass containern unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt. Nämlich dann, wenn keine Sachbeschädigung begangen wurde. Für den 23-Jährigen sei dieser Vorstoß zwar ein erster Schritt, ihm gehen die Pläne aber noch nicht weit genug. "Ich finde die Debatte absurd. Warum landen die Lebensmittel überhaupt im Müll, das ist doch die eigentliche Frage, um die es geht." Deshalb sollte seiner Meinung nach nicht das Containern, sondern die Lebensmittelverschwendung verboten sein.

Das Problem sieht er nicht bei den Filialleitungen, sondern den gesetzlichen Regelungen. Den meisten Supermarktbetreibern in Würzburg sei bewusst, dass bei ihnen containert werde, so Moritz Hanl. Auch er sei schon einmal von einem Angestellten eines Supermarktes entdeckt worden. "Ich kann nicht sagen, ob es sich dabei um den Besitzer oder eine Reinigungskraft gehandelt hat, aber die Person hatte mir gesagt, 'von mir aus darfst du weitermachen'." Einige Ladenbesitzer würden sich laut ihm aktiv dafür entscheiden, die Container frei zugänglich zu lassen.

Die Debatte um Straffreiheit beim Containern lenke vom eigentlichen Problem ab

Nicht so Marco Trabold und Stefan Lutz. Trabold, der mehrere Edeka-Trabold-Märkte in Würzburg und im Landkreis Main-Spessart besitzt, verweist darauf, dass bei seinen Märkten eine Müllpresse zum Einsatz komme. "Wenn wir etwas in die Tonne werfen, dann wird es direkt weg gepresst, da kommt dann niemand mehr ran." Die Müllcontainer von Stefan Lutz, Inhaber eines Würzburger Rewe-Marktes, befänden sich hingegen hinter einem Schloss. Deshalb stelle Containern für die beiden Einzelhändler bislang kein Problem dar. Sollten sie trotzdem einem Mülltaucher begegnen, würden sie nicht gesetzlich dagegen vorgehen.

"Ich sage immer, macht keine Sauerei, passt auf euch und verletzt euch nicht, da sich im Müllcontainer auch Scherben befinden."

Stefan Lutz, Filialleiter eines Würzburger Rewe-Marktes

"Nein, warum sollte ich das tun", sagt Stefan Lutz. "Ich sage immer, macht keine Sauerei, passt auf euch auf und verletzt euch nicht, da sich im Müllcontainer auch Scherben befinden." Vielmehr verstehe er nicht, wieso Containern unter Strafe steht und äußert im Gespräch Verständnis für Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll retten. Die Debatte über die Straffreiheit lenke für ihn aber vom eigentlichen Problem ab: Der Frage, warum sich viele Menschen Lebensmittel nicht mehr leisten können. Kaufland und Lidl stellten auf Anfrage nur Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung vor, zum Containern wollten sich die Pressestellen nicht äußern.

"Jeder entsorgte Joghurt schmälert unseren Verdienst"

Noch deutlichere Worte findet Mario Schrader vom Würzburger Unverpacktladen: "Ich finde es eine Schande, dass Leute bestraft werden, wenn sie Lebensmittel aus dem Müll retten. Der Betrieb hat sich ja entschieden, diese zu entsorgen, weil sie daran nichts mehr verdienen." Er meint, Containern sollte, solange keine Sachbeschädigung damit einhergeht, straffrei sein. Besser wäre in seinen Augen jedoch ein Gesetz wie in Frankreich, welches Supermärkte dazu verpflichtet, übriggebliebene Lebensmittel reduziert zu verkaufen oder zu spenden.

"Ich finde es eine Schande, dass Leute bestraft werden, wenn sie Lebensmittel aus dem Müll retten."

Mario Schrader vom Unverpacktladen Würzburg

Dem schließt sich auch Sarah Gorke, Botschafterin der Initiative Foodsharing Würzburg, an. Für sie ist der Vorstoß der beiden Minister nur Symptombekämpfung, denn Lebensmittelverschwendung gäbe es in der gesamten Produktionskette. "Um dies zu verringern, braucht es deutlich differenziertere und härtere Maßnahmen", appelliert sie. Sowohl Trabold als auch Lutz versichern, dass durch die Zusammenarbeit mit der Tafel, Foodsharing oder Bauern aus der Region kaum Lebensmittel bei ihnen in der Tonne landen würden.

"Jeder entsorgte Joghurt schmälert unseren Verdienst, und das gilt es bereits zuvor zu vermeiden", erklärt Trabold. Immerhin müsse der Müll nach Gewicht bezahlt werden. Es sei also auch als Kaufmann nicht in seinem Interesse, Lebensmittel wegzuschmeißen. Dies bestätigt auch der Vorsitzende der Würzburger Tafel, Andreas Mensing. Containern sei bei ihren Partner-Supermärkten kein Thema. Die Lebensmittel, die dort noch übrig blieben, seien tatsächlich Müll. Bei Supermärkten ohne Partnerschaft mit der Tafel, könne er aber nicht ausschließen, dass noch genießbare Lebensmittel weggeworfen würden. "Wenn in einem Container brauchbare Lebensmittel drinnen sind, warum sollten sich die Leute das nicht holen dürfen?", meint er.

Vor allem Kartoffeln befinden sich in den Supermarkt-Containern

Auch Moritz H. entdecke regelmäßig genießbare Lebensmittel in den Müllcontainern von Supermärkten. Darunter befänden sich immer Obst und Gemüse, vor allem größere Mengen an Kartoffeln, die noch in einem guten Zustand seien. Die Lebensmittel seien "nicht schlecht, da ist nichts Grünes dran". Vergiftungen durch Produkte aus Containern, vor denen vor allem der Lebensmittelverband warnt, hätte er sich noch keine zugezogen.

Circa einmal die Woche geht Moritz H. containern. Auf dem Bild sind Lebensmittel zu sehen, die er bei seiner letzten Tour in Containern von Supermärkten gefunden hat. Obst und Gemüse finde er dabei laut eigener Aussage immer.
Foto: Moritz Hanl | Circa einmal die Woche geht Moritz H. containern. Auf dem Bild sind Lebensmittel zu sehen, die er bei seiner letzten Tour in Containern von Supermärkten gefunden hat.

Um festzustellen, ob ein Produkt noch genießbar ist, verlasse er sich ganz auf seine Sinne: tasten, riechen, schmecken. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch fände er sowieso nur selten, dafür habe er einmal eine ganze Kiste Schokoladenosterhasen mitgenommen. Mehrfach seien die Produkte bereits in einer Tüte verpackt gewesen, um diese direkt mitnehmen zu können. "Da glaube ich einfach mal an den guten Willen der Angestellten oder der Filialleitung", sagt er. Trotzdem würde er sich wünschen, nicht mehr containern gehen zu müssen, um Lebensmittelverschwendung zu verhindern.

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Monday, January 23, 2023

Goldene Tonne: Idee aus Osnabrück soll Lebensmittel retten - NDR.de

Stand: 23.01.2023 20:26 Uhr

In Deutschland landen tonnenweise Lebensmittel im Müll. Supermärkte lassen Waren entsorgen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. In Osnabrück möchte man dem mit einer Idee entgegenwirken.

Dort hat Guido Gartmann die goldene Tonne ins Leben gerufen. Gartmann besitzt 14 Supermärkte im Osnabrücker Südkreis. Hinter der Kasse liegt Ware, die so im Einzelhandel nicht mehr verkauft werden kann. Kunden können sie einfach mitnehmen. "Das Wichtigste ist, dass möglichst viele Geschäfte dazu gebracht werden, nichts mehr wegzuwerfen", erklärt Gartmann. Wenn sich jede und jeder so eine Tonne vor die Tür stellen würde, gäbe es auch keinen Grund mehr zum Containern.

Vorstoß zum Legalisieren von Containern

Denn wer derzeit Lebensmittel aus Supermarkt-Mülltonnen holt, macht sich strafbar - rein rechtlich gesehen, handelt es sich um Diebstahl. Das wollen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) ändern: Sie setzen sich dafür ein, dass noch genießbare Lebensmittel zugunsten von Menschen aus Müllcontainern geholt werden dürfen - zumindest teilweise. Wer Hausfriedensbruch oder eine Sachbeschädigung begeht, soll auch künftig belangt werden.

Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Müll

Hintergrund für den Vorstoß sind die elf bis zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel, die jährlich in Deutschland im Müll landen. Mehr als die Hälfte wird von Privathaushalte verursacht. Auch Supermärkte entsorgen Lebensmittel, wenn beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Lebensmittelretterinnen und Lebensmittelretter fordern ein System, um genau das zu verhindern. "Es gibt sicherlich genug Plätze, wo man so was lassen kann, dass es einfach nicht in der Tonne landet ohne genutzt zu werden," sagt eine Lebensmittelretterin dem NDR Niedersachsen.

Handelsverband kritisiert den Vorstoß

Der Handelsverband kritisiert den Vorstoß, das Containern zu entkriminalisieren. Damit ließe sich Lebensmittelverschwendung nicht bekämpfen. Es sei zudem nicht geklärt, wer haftet, sollten die Lebensmittel verunreinigt sein - etwa durch Metall- oder Glassplitter.

Weitere Informationen

Essbare Lebensmittel liegen einer Mülltonne. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Christiane Raatz Foto: Christiane Raatz

Agrarministerin Staudte (Grüne) will unter anderem in Schulmensen ansetzen. Zudem soll das ZEHN in Oldenburg erweitert werden. (23.01.2023) mehr

Verschiedene Lebensmittel liegen im Müll. © dpa Foto: Patrick Pleul

36 Min

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten, das Obst hat Druckstellen oder es wurde einfach zuviel gekauft. NDR 1 Niedersachsen zeigt, wie weniger weggeworfen wird. (05.12.2022) 36 Min

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.01.2023 | 19:30 Uhr

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Sunday, January 22, 2023

Lebensmittel-Rückruf durch Etikettierungsfehler von „Thunvisch Aufstrich vegan 40g“ Revo Foods - Presseportal.de

Wien/Graz (ots)

Die Revo Foods GmbH rief am 19.01.2023 ihren „ T hunvisch Aufstrich vegan 40g“ aufgrund eines Etikettierungsfehlers zurück, der während des Verpackungsprozesses aufgetreten ist. Betroffen sind all die Produkte die mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) 14.02.2023, Chargennummer 010 gekennzeichnet sind. Das österreichische Food-Tech Start Up reagierte umgehend auf den Fehler und so konnte ein Großteil der Charge abgefangen werden.

Durch das Vertauschen des Etiketts ist die Allergenkennzeichnung auf dieser Produkt-Charge nicht gewährleistet.

Im Rahmen einer internen Qualitätskontrolle wurde festgestellt, dass beim Produkt „Thunvisch Aufstrich vegan 40g“ ein falsches Bodenetikett angebracht wurde. Daher ist das im „Thunvisch Aufstrich vegan 40g“ enthaltene Allergen Weizen nicht ausgelobt und es wird Weizenallergiker:innen aufgrund einer möglichen Gesundheitsgefährdung vom Verzehr abgeraten.

Ein Produkt der betroffenen Charge wurde möglicherweise hier gekauft:

Ein betroffenes Produkt könnte über einen Einkauf bei BILLA PLUS, Gurkerl.at, Kokku, Velivery, Mjam Market oder Bio Vegan Versand erworben worden sein. Kund:innen werden im Falle einer Weizenunverträglichkeit gebeten, das Produkt nicht zu konsumieren. Für alle anderen Menschen ohne entsprechende Allergien oder Unverträglichkeiten ist der Verzehr unbedenklich. Betroffene Produkte, die bereits über die Firma Rewe erworben wurden, können ab sofort auch ohne Kassenbon retourniert werden.

Revo Foods spricht für Lebensmittelsicherheit:

Das Start Up ruft auch über die sozialen Netzwerke zu einer Produktrückgabe auf und steht offen für alle Rückfragen. Kund:innen die das Produkt gerne behalten möchten wurden dazu angehalten die Allergeninformationen manuell zu ergänzen, für Lebensmittel-Sicherheit zu Hause.

„Für manche mag ein vertauschtes Etikett nicht wie eine große Sache wirken. Aber Menschen, die an einer Gluten-Unverträglichkeit leiden, könnten dieses Produkt, das Weizen enthält, verzehren. Für uns ist das ein BIG DEAL, weil uns eure Sicherheit am Herzen liegt.“

@revo_foods auf Instagram am 19.01.2023

Revo Foods entwickelt neue pflanzlichen Fisch-Alternativen mit der Hilfe von 3D Druck Technologien. Die österreichischen Innovations Produkte sind bereits an über 3000 Verkaufsstandorten in 20 europäischen Ländern erhältlich. Die Verantwortlichenkommen ihrer Eigenverantwortung gemäß den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen nach und haben daher einen Rückruf des Produkts veranlasst. Diese Warnung besagt nicht, dass die Gefährdung durch Revo Foods GmbH verursacht wurde.

Revo Foods GmbH

www.revo-foods.com

Pressekontakt:

Revo Foods
+43 6763086251
hello@revo-foods.com
revo-foods.com

Original-Content von: Revo Foods, übermittelt durch news aktuell

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Insektenverzehr wird das neue vegan | Cicero Online - Cicero Online

Doch das war nur der Anfang. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet in den Wochen, in denen RTL sein Dschungelcamp in deutsche Wohnzimmer sendet, eine EU-Verordnung in Kraft tritt, nach der es erlaubt ist, Mehl aus Hausgrillen einer Reihe von Lebensmitteln beizugeben. Genauer: Mehrkornbrot, Crackern, Brotstangen, Getreideriegeln, Trockenbackmischungen, Keksen, Soßen, Pizzen, Suppen, Suppenkonzentrat, Schokoladenerzeugnissen und so weiter und so fort. Kurz: dem halben Supermarkt-Sortiment.

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Deshalb sollten Sie keine warmen Lebensmittel in den Kühlschrank stellen - ÖKO-TEST

Der Kühlschrank zählt zu den praktischsten Elektrogeräten in der Küche. Er hält Lebensmittel auf einer niedrigen Temperatur und macht sie dadurch länger haltbar. Also mit allen Produkten schnell ab in den Kühlschrank? Bei warmen Gerichten sollten Sie langsam(er) vorgehen.

Warme Lebensmittel in den Kühlschrank? Besser nicht!

Wenn vom Essen etwas übrig geblieben ist, ist der Kühlschrank der richtige Aufbewahrungsort dafür. Er hält die Speisen frisch. Doch Sie sollten Ihre Gerichte und Lebensmittel erst abkühlen lassen, bevor Sie sie kalt stellen.

Das hat mehrere gute Gründe: 1. Werden die Produkte warm in den Kühlschrank gestellt oder gelegt, muss das Gerät mehr Leistung erbringen, um sie herunterzukühlen. Eine verstärkte Kühlleistung bedeutet einen – unnötig – höheren Stromverbrauch.

Lesen Sie dazu auch: Tipps, um beim Kühlschrank Strom zu sparen

2. Zudem können warme Lebensmittel die Feuchtigkeit im Kühlschrank erhöhen: Die warme Luft bringt immer auch Feuchtigkeit mit ins Innere des Eisschranks, dieses Wasser kann zu kleinen Pfützen führen. Durch Kondenswasser vereist auch die Rückwand des Kühlschranks schneller, das Gerät verbraucht dann mehr Strom. Lesen Sie dazu auch: Wasser im Kühlschrank: Woran liegt's? Was lässt sich tun?

3. Wenn heißes Essen in den Kühlschrank wandert, gibt es warme Luft an die Umgebung ab. Dadurch können sich Lebensmittel, die Sie daneben gelagert haben, leicht erwärmen. Bei empfindlichen Produkten kann das die Haltbarkeit verkürzen.

Was also tun? Besser lassen Sie gekochte Nudeln und Co. erst abkühlen und stellen sie erst dann in den Kühlschrank. Suppen oder Aufläufe können Sie umfüllen, denn im warmen Topf kühlen sie langsamer ab. Wenn es Ihnen zu lange dauert, können Sie die Lebensmittel im Winter auch nach draußen stellen und das Abkühlen beschleunigen.

Wie lange abkühlen lassen?

Allzu lange sollten Sie sich aber nicht Zeit lassen, sondern Lebensmittelreste nach ein bis zwei Stunden ins Kühle stellen. Bei einem längeren Aufenthalt bei Zimmertemperatur droht die Bildung von Bakterien. Gerichte mit Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten sind besonders empfindlich und sollten nicht zu lange draußen stehen bleiben.

Lebensmittel kühlen: Bei diesem Produkt sollten Sie keine Zeit verlieren

Es gibt allerdings auch Ausnahmen von der Abkühlen-lassen-Regel: Reis sollten Sie nach dem Kochen zügig essen oder in den Kühlschrank stellen. Kühlt Reis langsam bei Zimmertemperatur ab, können sich Bakterien und später Giftstoffe bilden. Gleiches gilt für Spinat.

Auch ein gründliches Abwaschen ist bei Reis wichtig. Die weißen Körner sind häufig mit dem Halbmetall Arsen belastet, das im Boden vorkommt.

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Saturday, January 21, 2023

Özdemir macht Lebensmittel zum Luxus: Das teure Spiel mit dem Essen - BILD

Essen und trinken kann viel Spaß machen!

Das merkte man Cem Özdemir (57, Grüne) beim Rundgang auf der Agrarmesse „Grüne Woche“ an. Der Ernährungsminister biss beherzt in Brote und Käse, nippte an Tee und Saft. Er dankte den Bauern, „die Tag für Tag dafür sorgen, dass der Tisch gedeckt ist.“

Özdemirs gute Stimmung teilt jedoch nicht jeder. Bei Bauern und Lebensmittelherstellern schrillen vielmehr die Alarmglocken. Und erst recht bei uns! Denn Özdemir und die Ampel-Regierung sind dabei, die Lebensmittel-Versorgung völlig umzukrempeln.

Wie Özdemir unser Essen teurer machen will – und welche Lebensmittel davon genau betroffen sein werden, lesen Sie mit BILDplus!

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Friday, January 20, 2023

Bio-Lebensmittel und Tierwohl - Auch die besten Vorsätze platzen in der Inflation - Deutschlandfunk Kultur

Nach zwei Jahren Coronapause sind die Messehallen unter dem Berliner Funkturm wieder ein Besuchermagnet. Tausende flanieren zwischen den Ausstellungsständen, schließlich gilt es, kulinarische Spezialitäten aus aller Welt zu entdecken. Dem Publikum auf der Grünen Woche geht es allerdings kaum anders als den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern, die tagtäglich ihren Einkauf machen: Sie schauen aufs Geld.

Sparen beim Lebensmittelkauf

Innerhalb eines Jahres sind die Preise im Lebensmittelbereich hierzulande im Schnitt um 20 Prozent nach oben gegangen. Inflation und die Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine verteuern das Angebot. Glaubt man den Marktforschern, dann wird beim Einkauf inzwischen deutlich gespart: weniger teure Markenprodukte, mehr Sonderangebote, mehr Billigfleisch. Der Anteil von Bio-Lebensmitteln und Produkten aus tiergerechter Haltung im Einkaufswagen geht zurück.

Verunsicherung bei den Bauern

Verunsicherung herrscht deshalb auch bei Joachim Rukwied, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, der gerade den Erlebnisbauernhof in Halle 3 den Besuchern vorgestellt hat: „Wenn ich das aktuelle Einkaufsverhalten betrachte, dann macht mir das Sorge. Weil sehr stark im Preiseinstiegssegment eingekauft wird", sagt der Verbandschef: "Mehr Tierwohl gelingt nur gemeinsam.“ Die Lage in der Agrarbranche beschreibt Joachim Rukwied deshalb als angespannt.

Bio-Bauern stark betroffen

Für die Hersteller von ökologischem Obst, Getreide und Gemüse sowie Fleisch und Fisch aus artgerechter Haltung gilt das umso mehr. „Zu den Krisengewinnlern gehören die Bio-Milchviehbetriebe derzeit nicht", sagt Georg Janßen, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

Der Interessenverband vertritt viele kleinere Betriebe und setzt sich für eine umweltverträgliche Landwirtschaft ein. Die Kaufrückhaltung der Konsumenten treffe viele „seiner“ Betriebe derzeit besonders stark, sagt Janßen. "Die Kosten sind weit höher als die Gewinne. Das führt dazu, dass die Debatte geführt wird: Sollen wir rückumstellen?"

Die zukünftige Entwicklung hänge auch von den Rahmenbedingungen ab, hebt er mit Blick auf die Politik hervor. "Da hat der Bundesagrarminister nicht nur von einem notwendigen Systemwechsel zu reden, er kann auch Maßnahmen ergreifen.“

Enttäuschung über Özdemir

Auf der Grünen Woche ist deshalb auch Enttäuschung spürbar. Bundesernährungs- und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir ist seit über einem Jahr im Amt. Der Grünen-Politiker will die Agrarwende vorantreiben, beispielsweise bis 2030 einen Bio-Anteil von 30 Prozent hierzulande bei den Lebensmitteln erreichen. Özdemirs Ziel ist ehrgeizig, denn Ende 2021 lag der Anteil lediglich bei knapp sieben Prozent, und im Krisenjahr 2022 ging der Anteil sogar erstmals zurück.

Cem Özdemir, ein Mann Mitte 50, hält eine Tafel hoch: Senkrecht steht auf dieser "Tierhaltung", dann folgen untereinander fünf Kategorien mit einem Kästschen davor: Bio, Auslauf/Freiland, Frischluftstall, Stall+ Platz sowie Stall, das Kästchen Auslauf/Freiland ist durch eine schwarze Füllung markiert. Ganz rechts ist ein QR-Code zu sehen.

Cem Özdemir beim traditionellen Rundgang des Bundeslandwirtschaftsminister auf der Grünen Woche in Berlin: Der Grünen-Politiker will eine verbindliche Kennzeichnung für die Haltung von Tieren gesetzlich verankern.© IMAGO / Political-Moments / IMAGO

Auch beim Tierwohl, der artgerechteren Haltung, will Cem Özdemir punkten. „Entscheidend ist für mich, dass wir jetzt endlich den ersten gesetzlichen Schritt für eine verbindliche Kennzeichnung gehen", sagt er. "Verbraucherinnen und Verbraucher wollen zurecht wissen, wie das Tier gehalten wurde, dessen Fleisch auf ihre Teller kommt.“

Künftig soll es also eine einheitliche und verbindliche Tierwohlkennzeichnung über die unterschiedlichen Haltungsformen geben. Den Vertretern einer tiergerechten und ökologischen Landwirtschaft fehlt aber ein Gesamtkonzept, wie die Ziele erreicht werden sollen, beispielsweise, wie die Politik das finanziell fördern wird.

Null Prozent Mehrwertsteuer auf Gemüse

Eine schnell umsetzbare Maßnahme, um die Agrarwende voranzubringen und auch ein Preissignal zu setzen, hört man auf der Grünen Woche immer öfter. Es geht um die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Für Martin Kaiser, Geschäftsführer bei Greenpeace, ein Muss. Es gehe auch um eine sozial gerechte Agrarwende. Der Landwirtschaftsminister solle – was auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt – pflanzliche Ernährung aus Gemüse und Obst steuerlich begünstigen.

"Die Mehrwertsteuer sollte hier auf null abgesenkt werden", fordert er. "Das würde den Staat ungefähr vier Milliarden Euro pro Jahr kosten, aber das wäre extrem gut investiertes Geld – in die Gesundheit und eine ökologische Agrarwende.“ Bundesernährungsminister Özdemir findet das gut, die politische Entscheidung steht allerdings noch aus.

Die Verbraucher sind gefragt

In Umfragen geben übrigens rund 90 Prozent der Deutschen an, sich künftig umwelt- und klimabewusster ernähren und auch auf das Tierwohl achten zu wollen. Experten wissen aber, dass das tatsächliche Einkaufsverhalten dann doch oft anders aussieht, Beispiel Fleischverbrauch: Über ein Kilo werde pro Kopf und Woche in Deutschland gegessen, sagt Jörg Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland. Seit Jahren sei dieser Wert gleichbleibend.

Doch weniger Fleisch- und Wurstwaren zu essen, könnte schon sehr viel bewirken. „Das würde schon die Spielräume bringen, die wir brauchen, um wirklich die Flächen für mehr biologische Vielfalt und für weniger Intensität hinzukriegen. Das würde uns helfen, unser Grünland zu erhalten", sagt Krüger. Das wäre auch gut für den Wasserhaushalt, meint er und sei für eine ökologische Landwirtschaftswende erforderlich.

Viele Vorschläge liegen somit auf dem Tisch, um zu einer ökologischeren Landwirtschaft zu kommen. Allerdings spielt mehr und mehr der Preis die Hauptrolle beim Lebensmittelkauf. Gefordert ist nicht nur die Politik, sondern sind auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. 

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Bio-Lebensmittel und Tierwohl - Auch die besten Vorsätze platzen in der Inflation - Deutschlandfunk Kultur
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„Blaue Zonen“: Sieben Lebensmittel essen Menschen, die besonders lang leben - FOCUS Online

In den sogenannten „Blauen Zonen“ leben die Menschen nicht nur länger, sondern oft auch gesünder. Einer der Hauptfaktoren für ihre Langlebi...