Betrieb und Beschäftigung in der Branche seien zunehmend gefährdet, sagte Geschäftsführerin Stefanie Sabet. "Nachdem die Lieferkettenprobleme der Pandemie noch nicht gelöst waren, wurden die Lebensmittelhersteller durch den Ukrainekrieg mit noch gravierenderen Rohstoffengpässen bei Agrargütern, Energie und Verpackungen konfrontiert." Die Unternehmen benötigten eine unbürokratische und wirksame Unterstützung.
Hafer-Drink und "grüne Wurst" made in Osthessen: Vier Unternehmer feilen gemeinsam an nachhaltigen Lebensmitteln. Sie wollen die Region Fulda mit ihrer Vision zum Vorreiter machen. Die erste Station der hessenschau-Sommertour.
Es ist ein ambitionierter Plan: Aus Fulda und Umgebung soll eine Vorzeige-Region für nachhaltig und regional erzeugte Lebensmittel werden. Das zumindest ist die Vision von vier Unternehmern aus der Lebensmittelbranche. Nach dem großen Vorbild Silicon Valley wollen sie erreichen, dass in der Region Firmen und Start-ups zusammenfinden, die sich mit ihren Produkten und Geschäftsmodellen gegenseitig inspirieren.
Um ihre Idee umzusetzen, haben sie im Sommer 2021 gemeinsam die Firma "Foodies mit Haltung" gegründet. Neben dem Bio-Landwirt Christoph Jestädt und dem Kaffeeröster Heiko Reinholz gehört auch Speiseeis-Hersteller Michél Günther zum Gründungs-Team. Sie alle haben die Start-up-Phase bereits bewältigt und sich in der Region einen Namen gemacht. Mit dabei ist außerdem Gastro-Beraterin Sabine Steinbeck, die Betriebe unter anderem in Sachen Nachhaltigkeit berät.
Nachhaltigkeit auch beim Essen wichtig
Denn die Frage nach Nachhaltigkeit und Herkunft gewinnt bei Lebensmitteln immer mehr an Bedeutung. Was täglich gegessen und getrunken wird, beeinflusst vieles - nicht nur das eigene Leben. Der Konsum hat weitreichende Auswirkungen: auf die Erzeuger und die Umwelt, auf die Arbeitsbedingungen vor Ort, auf das Tierwohl, die Artenvielfalt und das Klima.
Diese Themen stehen auch bei den vier Unternehmern im Fokus. "Unser Ziel ist, nachhaltige Lebensmittel herauszubringen, die die Lebensräume schützen", erklärt Bio-Landwirt Jestädt. "Wir wollen aber auch eine Plattform schaffen für andere Gründer und Menschen, die genauso denken wie wir und was bewegen wollen." Eis-Hersteller Günther betont, man wolle nicht nur Start-ups finden und fördern, sondern auch selbst zeigen, wie gute Produkte aussehen können. "Produkte, die gut fürs Klima sind und trotzdem wirtschaftlich funktionieren."
Hafer-Drink made in Osthessen
Zwei Produkte haben die Foodies bereits mit vereinten Kräften kreiert und auf den Markt gebracht, darunter ein Hafer-Drink aus der Region. Häufig kommen solche Produkte aus Schweden und werden über weite Strecken zu den Verbrauchern transportiert. Jetzt gibt es den Hafer-Drink made in Osthessen. Der Hafer stammt aus der Rhön, die Verarbeitung und das Abfüllen des Getränks erfolgt auch in der Region.
Die zweite Produkt-Idee stammt von Eis-Produzent Günther: Die "Green Worscht" besteht nur zu einem Viertel aus Rindfleisch und zu drei Vierteln aus Gemüse - Linsen, Rote Beete, Hafer und Gewürzen. Damit enthält sie mehr Proteine, Ballaststoffe und ungesättigte Fettsäuren. Gleichzeitig sei weniger Fett und weniger Salz enthalten als in einer herkömmlichen Bratwurst, erklären die Macher.
"Green Worscht" mit einem Spitzenkoch kreiert
Bei der Rezeptur half nicht nur der Rhöner Sternekoch Björn Leist. Auch Ökotrophologen von der Hochschule Fulda brachten ihre Expertise ein. Denn die Entwicklung war nicht einfach. Am Ende war auch Leist zufrieden: "Die Konsistenz ist gut und von außen sieht sie aus wie eine Wurst."
Aber warum überhaupt ein Hybridprodukt aus Fleisch und Pflanzlichem statt einer fleischlosen Variante? Ihr Ziel sei es, in den Regalen der Supermärkte direkt bei den Fleischprodukten zu stehen und nicht bei den pflanzlichen Lebensmitteln, erklären die Unternehmer. "Wir möchten insbesondere auch Menschen ansprechen, die grundsätzlich gerne Fleisch essen, aber auch bereit sind, ihren Fleischkonsum zurückzufahren."
Hafer-Drink verkauft sich besser als "Green Worscht"
Doch ein Verkaufs-Erfolg ist die Green Worscht (noch) nicht. Bislang gibt es sie nur auf Events, in den Lebensmittel-Einzelhandel hat sie es noch nicht geschafft. "Wir suchen noch nach einer Strategie, um sie auf dem Markt zu platzieren", sagt Foodies-Geschäftsführerin Steinbeck. Der Online-Versand der Wurst pausiert in den Sommermonaten.
Besser sieht es hingegen beim Hafer-Drink aus. Er wird in etwa 100 Verkaufsstellen angeboten und ist im Sortiment einer auf Bio-Produkte spezialisierten Supermarktkette zu finden. Zudem geht die Barista-Variante der Hafermilch an Cafés. "Die Entwicklungskosten waren relativ hoch, weil Hafer nicht so leicht zu verarbeiten ist wie etwa Früchte", erklärt Steinbeck. "Da wir jetzt jedoch einige Verkaufsstellen haben, bringt der Haferdrink regelmäßige Einnahmen und wir fangen an, Gewinn zu generieren."
Synergien im "Green Food Valley" nutzen
Von der Hochschule Fulda und Startups werden immer neue Ideen für nachhaltige und gesunde Lebensmittel an die Foodies herangetragen. So präsentierte Studentin Laura Keil bereits proteinreiche Linsenwürfel. Die Rezeptur hat sie mit Kommilitonen bei einem Hochschulprojekt entwickelt. Für die Tofu-Alternative gab es danach viel positives Feedback und den Publikumspreis beim Gründer-Wettbewerb "Hessen Ideen". Nun wollen sie versuchen, das Produkt zu platzieren, etwa in der Fuldaer Gastronomie.
Mit den Ideen-Gebern und Herstellern neuer Produkte tauschen sich die Foodies aus. Mehr als drei Dutzend Kontakte gab es schon, wie Steinbeck sagt. Sie wollen versuchen, gemeinsam aus Ideen Innovationen zu machen. Sie wollen im "Green Food Valley", wie sie es nennen, Synergien zu nutzen: Vertriebswege ausloten, Hilfen geben bei der Produkt-Weiterentwicklung und der Vermarktung.
Bio-Landwirt Jestädt ist zufrieden mit den ersten Schritten. "Es bewegt sich was, es ist ein Aufbruch. Wir sind noch kein Silicon Valley, noch längst nicht - aber wir arbeiten daran." Man sehe tolle neue Start-ups mit guten Ideen in der Region. "Und wir freuen uns darauf, gemeinsam den Weg für nachhaltigere Lebensmittel zu gehen."
Weitere Informationen
hessenschau-Sommertour
Fulda als Vorzeige-Region für nachhaltige Lebensmittel ist die erste Station auf der hessenschau-Sommertour zum Thema "Zukunft made in Hessen". In den folgenden Tagen gibt es weitere Stopps und Themen:
Dienstag (30.08.2022): Schwalmstadt-Treysa - Wohnen neu gedacht
Mittwoch (31.08.2022): Limburg - Wie kann eine Verkehrswende gelingen?
Donnerstag (01.09.2022): Geisenheim - Innovative Ideen im Weinbau
Freitag (02.09.2022): Kirchhain - Belebung der Innenstadt durch Moonlight-Shopping
Samstag (03.09.2022): Dietzenbach - Klima ist in den Kommunen immer wichtiger
Sonntag (04.09.2022): Seligenstadt - Main als Marke. Der Fluss als Lebensraum
Nur wenige Lebensmittel können tatsächlich den Blutzucker senken. Hier erfährst du, warum das so ist und um welche Lebensmittel es sich handelt. Plus: Rezeptideen mit diesen Lebensmitteln.
Den Blutzucker senken können nur einige ganz spezielle Lebensmittel. Denn normalerweise bewirken Nahrungsmittel genau das Gegenteil – sie lassen den Blutzucker ansteigen.
Das liegt daran, dass Nahrungsmittel den Organismus mit Energie versorgen sollen. Viele Lebensmittel bestehen daher zu großen Teilen aus Kohlenhydraten oder Zuckerverbindungen wie dem Fruchtzucker. Während des Verdauungsvorgangs spaltet der Körper diese Nährstoffe in mehreren Schritten in das Zuckermolekül Glukose auf. Das ist die Energiequelle, die das Blut in den Organismus transportiert. Ohne diese Energie der Glukose könnten unter anderem die Muskeln oder das Gehirn nicht arbeiten. Das medizinische Portal DocCheck erklärt, dass Blutzucker die Konzentration von Glukose im Blut bezeichnet.
Wie der Körper den Blutzucker reguliert
Der Körper regelt mit Hormonen wie Insulin seinen Glukosegehalt im Blut. Bei einem gesunden Menschen kommt es daher kaum zu bedenklich hohen Blutzuckerwerten. Die Konzentration schwankt über den Tag hinweg, zum Beispiel ist ein Anstieg nach den Mahlzeiten ganz normal. Aus diesem Grund gibt es bei der Messung des Blutzuckerwertes unterschiedliche Grenzwerte. Die Werte unterscheiden, ob du schon etwas gegessen hast oder auf nüchternem Magen den Blutzucker misst. Erst durch Erkrankung, wie bei Diabetes, kommt es zu krankhaft erhöhten Blutzuckerwerten. Diabetes kann auch vorübergehend auftreten, etwa während der Schwangerschaft.
Das Medizinportal Netdoktor nennt als Symptome für einen zu hohen Blutzuckerwert ein häufiges Durstgefühl, Sehstörungen oder einen vermehrten Harndrang. Wenn du den Verdacht hast, dass deine Blutzuckerwerte zu hoch liegen, lasse dich medizinisch untersuchen. Die erhöhten Werte könnten auch ein Hinweis auf andere Erkrankungen sein, unter anderem Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse, die durchaus auch Tumore verursachen können. Zu hohe Blutzuckerwert können aber auch bedeuten, dass du ein Medikament nicht verträgst.
Einen (konstant) erhöhten Blutzucker zu senken, ist wichtig, um eine Schädigung der Gefäße zu vermeiden. Diese könnte laut Netdoktor ansonsten zu Arteriosklerose, Nierenschwäche, Schlaganfall und dem Verlust der Sehkraft führen.
Mit diesen Zutaten senkst du den Blutzucker
Wirkstoffe im Knoblauch können den Blutzucker senken.
(Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)
Den Blutzucker über die Ernährung zu senken, kann die medizinische Behandlung auf keinen Fall ersetzen, aber diese auf natürliche Weise unterstützen.
Normalerweise steigt nach einer Mahlzeit der Blutzucker an. Dazu musst du kein süßes Dessert gegessen haben, auch eine Portion Kohlehydrate wie in Nudeln reicht dafür schon aus.
Mit diesen Zutaten kannst du deinem Körper helfen, schneller mit dem Energieschub durch die Nahrung fertig zu werden. Achte darauf, dass du Zutaten in Bioqualität verwendest. Du erhältst sie unter anderem in Biomärkten.
Knoblauch
Die würzige Knolle hat viele gesunde Seiten. Eine Studie weist auch auf die blutzuckersenkende Wirkung hin. Allerdings haben die Forschenden dafür nur den Blutzucker im nüchternen Zustand betrachtet. Inwieweit Knoblauch tatsächlich helfen kann, den Blutzucker im Rahmen einer Mahlzeit zu senken, geht nicht daraus hervor. Trotzdem ist Knoblauch ein gesundes Würzmittel, das du beispielsweise so in deine Ernährung integrieren kannst:
Ist Zuckerersatz wie Agavendicksaft, Ahornsirup, Honig oder Kokosblütenzucker wirklich gesünder und ökologischer? Was ist mit kalorienfreiem Zuckerersatz? Die Antworten werden…
Das kaltgepresste native Olivenöl ist unter anderem ein zentraler Bestandteil der Mittelmeerdiät. Neben seiner positiven Wirkung auf Herz und Kreislauf hilft das Olivenöl auch, den Blutzucker zu regulieren. Eine Studie empfiehlt daher Olivenöl für die Ernährung von Diabetespatient:innen. Olivenöl ist ideal als Basis für eine Vinaigrette und passt zu den unterschiedlichsten Salaten. Einige Rezeptideen:
Zimt
Zimt gilt in volkstümlichen Heilmethoden, wie im indischen Ayurveda, als ein Heilmittel. Eine Studie stellte fest, dass Zimt den Blutzucker senken kann. Schon bei einer täglichen Dosierung von 120 Milligramm stellte die Untersuchung die Wirkung fest. Anstatt mit Zucker kannst du zum Beispiel Desserts mit Zimt würzen.
Einige Sorten an Obst und Gemüse können dank dieser Flavonoide auch den Blutzucker senken. Eine Studie erkannte eine blutzuckersenkende Wirkung vor allem durch die Stoffe Naringenin, Kaempferol und Rutin. Letzteres ist beispielsweise in Buchweizen, Petersilie und Holunder enthalten.
Die natürlichen Wirkstoffe sind in ausgereiftem Obst und Gemüse besonders gut ausgebildet. Verwende daher saisonale Zutaten in deinen Mahlzeiten. Welche Lebensmittel gerade Saison haben, kannst du im Utopia-Saisonkalender nachschauen.
Den Blutzucker senken diese Gemüse
Den Blutzucker senken grüne Blattgemüse oder auch Tomaten.
(Foto: CC0 / Pixabay / pasja1000)
In den Gemüsen, die den Blutzucker senken, ist laut der genannten Studie häufig der Pflanzenstoff Kaempferol aktiv. Dieser ist in folgendem Gemüse enthalten:
Tomaten
Bei den Tomaten wirkt zusätzlich auch noch der Pflanzenstoff Nagingenin. Idealerweise bereitest du die Tomaten mit Olivenöl zu. Einige Beispiele:
Hülsenfrüchte
Hier senkt Kaempferol den Blutzucker. Zusätzlich sind die Kohlenhydrate in den Hülsenfrüchten so aufgebaut, dass die Verdauungsenzyme sie nur langsam zu Glukose zerlegen können. Das US-Fachmagazin Medicalnewstoday berichtet, dass nach einer Mahlzeit mit Hülsenfrüchten die Glukosekonzentration im Blut kaum steigt. Übrigens braucht der Körper etwas Gewöhnung, um die Hülsenfrüchten ohne Völlegefühl und Blähungen zu verdauen. Probiere diese Rezepte aus:
Grünes Blattgemüse
Grünes Blattgemüse enthält kaum Kohlenhydrate, dafür aber Ballaststoffe. Die pflanzlichen Faserstoffe verlangsamen den Verdauungsprozess und entzerren so die Spitzen in der Energiezufuhr. Den Blutzucker senken diese grünen Gemüsesorten durch Kaempferol. So kannst du grünes Blattgemüse zubereiten:
Den Blutzucker senken funktioniert auch mit Obst
Zitrusfrüchte können den Blutzucker senken.
(Foto: CC0 / Pixabay / ExplorerBob)
Die blutzuckersenkenden Wirkstoffe sind besonders in diesen Obstsorten enthalten:
Zitrusfrüchte
Zitrusfrüchte enthalten das Flavonoid Naringenin. Vor allem aus Orangen und Grapefruit kannst du leckere Gerichte bereiten:
Neben der positiven Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem senken die Pflanzenstoffe im Apfel auch den Blutzucker. Hier findest du Anregungen, wie du Äpfel auch noch zubereiten kannst:
** mit ** markierte oder orange unterstrichene Links zu Bezugsquellen sind teilweise Partner-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös. Mehr Infos.
Ein vielfältiger Lebensmittelvorrat kommt nicht nur in einer Krise gelegen. Deshalb solltest du die folgenden Produkte immer in deinen Haushalt haben.
In Notsituationen wäre es eine gute Idee, einen Vorrat an gesunden Lebensmitteln zu haben. Prävention kommt besonders dann gelegen, wenn du dich in einer brenzligen Lage befindest. Man denke an Quarantäne, Inflationen, die Wahrscheinlichkeit eines Blackoutsoder ähnliche Krisen – aber auch für spontane Dinner-Partys und andere unerwartete Treffen kommt ein Vorrat gelegen.
Du brauchst dich allerdings nicht mit Unmengen an Klopapier oder Ölzu wappnen. Verabschiede dich daher von den Hamstertagen und sorge dafür, dass bei deinem nächsten Einkauf die richtigen Konserven auf deiner Einkaufsliste stehen.
Im Katastrophenfall greifen sogenannte "Prepper" zu ihren Bohnenkonserven und der verstauten Feld-Verpflegung, als ob man es mit der Armeezu tun hätte. So weit musst du mit deiner Vorratshaltung aber nicht gehen. Es reicht, wenn du lediglich einige grundlegende Lebensmittel in deinen Regalen aufbewahrst, die sowohl in Notfallsituationenals auch in keinen lebensbedrohlichen Fällen verwendet werden können.
Naht vielleicht der Geburtstag eines guten Freundes und du möchtest spontan einen Kuchen backen? Möglicherweise erhältst du auch einen überraschenden Hausbesuch von deinen Familienmitgliedernund musst darauf achten, dass sie gut verpflegt sind. Unter solchen unerwarteten Umständen kommt es gelegen, wenn Milch, Reis und weitere Grundnahrungsmittelimmer bei dir aufzufinden sind.
Einige Produkte kannst du mehrere Monate lagern, doch eventuell verlieren diese an Qualität. Das merkst du mindestens sobald du bei Kaffee und Tee kein starkes Aroma mehr wahrnehmen kannst oder wenn gewisse andere Produkte schnell eintrocknen. Diese sind jedoch weiterhin genießbar, auch wenn der Geschmackanderes vermuten lässt.
Mit der richtigen Lagerung und Haltbarkeitwirst du viel länger etwas von deinem Vorrat haben können. Achte also darauf, dass deine Lebensmittel an kühlen und schattigen Orten bewahrt werden. Im bestmöglichen Fall halten bleiben sie auch in luftdichten Behältern oder Schraubgläsern länger haltbar. Auch Plastikboxen können deine Produkte vor Qualitätsverlust sowie Schädlingen oder Feuchtigkeitbewahren.
Bei der Aufbewahrung von Produkten im Kühlschrank lauern viele Fallen. Werden Lebensmittel schlecht, wird bares Geld in die Tonne geschmissen. Was Verbraucher beachten müssen und welches Obst und Gemüse sich als Nachbarn nicht vertragen. Und Achtung bei Tomaten: Die mögen es nämlich gar nicht kalt.
Weiterlesen mit LZ-Plus
Als Neukunde können Sie LZ-Plus für 30 Tage gratis testen.
Die Preissteigerungen verändern das Einkaufsverhalten der Bürger. Verstärkt greifen sie zu günstigeren Eigenmarken. Doch auch die werden deutlich teurer.
Eine Kundin füllt Lebensmittel in einem Unverpackt-Laden in eine Tüte.Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Hohe Energiepreise, Lieferkettenprobleme und die Inflation: Das Leben in Deutschland ist deutlich teurer geworden. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten im Juli 14 Prozent mehr als im Vorjahr, ermittelte das Statistische Bundesamt. Immer mehr Menschen müssen daher auf jeden Cent achten. Das hat inzwischen starke Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten.
[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]
Immer öfter greifen die Verbraucherinnen und Verbraucher zu den preisgünstigeren Eigenmarken des Einzelhandels und lassen die Markenartikel in den Regalen liegen. „Die Handelsmarken gewinnen spürbar Marktanteile“, sagte der Handelsexperte Robert Kecskes vom Marktforschungsunternehmen GfK der Deutschen Presse-Agentur.
Ganz besonders stark legten nach seinen Worten in den vergangenen zwei Monaten die besonders günstigen Eigenmarkenangebote im Preiseinstiegssegment zu. Allerdings hat die Sache eine Haken: Auch die Eigenmarken der Handelsketten werden teurer – und die Preissteigerungen waren hier zuletzt sogar höher als bei den Markenprodukten.
Die Bio-Eigenmarken der Handelsketten gewinnen an Beliebtheit
Die Eigenmarken, mit denen die Handelsketten den Markenherstellern Konkurrenz machen heißen „Ja“, „Gut & Günstig“, „Milbona“ oder „Gut Bio“. Was einst mit einer Handvoll billiger No-Name-Produkte begann, hat sich mittlerweile zu einer ganzen Produktwelt entwickelt.
Die Kunden achten verstärkt auf den Preis.Foto: picture alliance/Sven Simon (Montage)
Allen ist gemeinsam, dass sie preislich in der Regel unter den Angeboten der bekannten Markenhersteller positioniert sind. Und dass sie im Moment an Beliebtheit gewinnen.
Während der Umsatz mit Gütern des täglichen Bedarfs insgesamt im ersten Halbjahr 2022 zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent zurückging, legten nachhaltige Artikel sogar um 1,2 Prozent zu. Innerhalb des Markts für nachhaltige Produkte geht die Schere jedoch stark auseinander.
Bei verpackten Bio-Lebensmitteln verloren Herstellermarken neun Prozent
Das zeigt sich etwa bei verpackten Bio-Lebensmitteln. Herstellermarken haben hier neun Prozent Umsatz verloren, während preisgünstigere Handelsmarken im selben Umfang zulegten. Bei Naturkosmetik büßten der GfK zufolge Herstellermarken im ersten Halbjahr 13 Prozent ein, Handelsmarken legten um sechs Prozent zu.
Nach den Zahlen der GfK sank der Marktanteil der Markenhersteller, der im vergangenen Jahr noch bei über 59 Prozent lag, im Juni 2022 auf nur noch 56,5 Prozent. Daran konnte auch eine Zunahme der Rabattaktionen nichts ändern. Die Markenhersteller büßten damit Milliardenumsätze ein.
Umsatz in Reformhäusern und Naturkostläden sinkt um 39,1 Prozent
Aber nicht nur die Markenhersteller trifft die Konsumverschiebung, auch der Handel ist davon betroffen. „Die Fachmärkte für hochwertige nachhaltige Produkte leiden besonders stark“, so Kecskes. Der Umsatz in Reformhäusern und Naturkostläden brach laut GfK im ersten Halbjahr um 39,1 Prozent ein. Bio-Supermärkte verloren 16,5 Prozent.
Das ist ein harter Kontrast zum Rekordjahr 2020, damals stiegen die Umsätze mit Bio-Lebensmitteln insgesamt stark an. Sie legten um 22,3 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro zu, ermittelte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Die Verbraucher konnten zu der Zeit nicht verreisen, Restaurants waren geschlossen und das Budget für Lebensmittel war dementsprechend hoch. Auch wurde eine nachhaltige Lebensführung in Zeiten von Corona und Klimawandel immer wichtiger.
Die sinkende Nachfrage hat auch die Handelskette Superbiomarkt stark getroffen, die Anfang August Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellen musste. „Wir spüren deutlich, dass viele Konsumenten zurückhaltender sind“, sagte Inhaber Michael Radau. Die Kunden schauten wieder stärker auf den Preis.
Auch viele Unverpackt-Läden, die hochwertige Bio-Produkte zum Selbstabfüllen verkaufen, leiden unter der Sparwelle. In Berlin ist Original Unverpackt, einer der Pioniere der Branche, insolvent. Auch zwei Hamburger Läden mussten Anfang Juli Insolvenz anmelden.
Beim Einkaufen achten die Menschen wieder stärker auf den Preis
„Der Trend geht aktuell zu den Preiseinstiegs-Eigenmarken. Das ist ein deutliches Anzeichen, wie groß die Verunsicherung in der Bevölkerung ist“, sagte Kecskes. Dem „Konsummonitor Preise 2022“ des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) zufolge haben mittlerweile mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland große Angst, mit ihrem Geld nicht auszukommen. Bei den Personen mit einem Netto-Haushaltseinkommen unter 2000 Euro ist es sogar fast die Hälfte.
Die Menschen achten deshalb beim Einkaufen wieder stärker auf den Preis, greifen häufiger zu Sonderangeboten, gehen öfter zum Discounter statt in den Supermarkt oder greifen zu günstigeren Handelsmarken statt zu Markenartikeln.
Milchpackungen der Bio-Eigenmarke „GutBio“ von Aldi.Foto: Oliver Berg/dpa
Erleichtert wird der Wechsel durch das hohe Ansehen, dass sich viele Eigenmarken inzwischen erarbeitet haben. Nach dem „Handelsmarkenmonitor 2022“ sehen knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Verbraucherinnen und Verbraucher die Eigenmarken des Handels qualitativ auf Augenhöhe mit den Markenartikeln. Und acht Prozent sehen sie sogar als überlegen an.
Über die Hälfte (57 Prozent) billigt ihnen dabei zu, preisgünstig zu sein. Gut jeder zweite Befragte sieht deshalb den Wechsel zur Handelsmarke als ein gutes Mittel, um beim Einkauf Geld zu sparen.
Auch die Eigenmarken werden teurer
Allerdings hat die Sache einen Haken. Denn die Sparmöglichkeiten durch den Wechsel vom Markenprodukt zur Händlermarke sind längst nicht mehr so groß wie noch vor einem Jahr. Die Preisabstände seien in diesem Jahr „tendenziell geringer geworden“, beobachtete die GfK.
Lesen Sie auch auf Tagesspiegel Plus:
Das Branchenfachblatt „Lebensmittel Zeitung“ berichtete kürzlich gestützt auf den Datenpool der Preis-App Smhaggle: „Den ausgewerteten Kassenbons von Smhaggle-Nutzern zufolge haben Edeka und Rewe von Januar bis August die Preise ihrer Eigenmarkenprodukte im Preiseinstiegssegment „Gut & Günstig“ respektive „Ja“ um knapp 100 Prozent stärker verteuert als das bei den ebenfalls im Preis gestiegenen Markenprodukten der Fall war.“ Auch bei den großen Discountern stiegen demnach die Preise der Eigenmarken deutlich stärker als die der angebotenen Markenprodukte.
Die Entwicklung an sich sei eigentlich nicht unbedingt verwunderlich, meinte die GfK. „Bei den im Schnitt preisgünstigeren Handelsmarken schlagen höhere Kosten aus Herstellung und Transport prozentual stärker auf die Preise durch als bei den ohnehin höherpreisigen Marken.“ Auch die Zunahme der Sonderangebote bei Markenartikeln mache sich hier bemerkbar. Doch am Ende ist es für preisbewusste Menschen dennoch eine schlechte Nachricht: Die Handelsmarke verliert als letzte Rettung im Kampf gegen die Inflation an Kraft. (dpa, Tsp)